2020 freuen wir uns, Ärztinnen und Ärzte zu sein

Carolin Fleischmann l Präsidentin der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland

In den Hörsälen sitzt heute eine Generation von Medizinstudierenden, die ihr Studium gewählt haben, um einmal als Ärztin oder Arzt tätig sein. Sie möchten Menschen helfen, weil Medizin eine Herzenssache ist und sind motiviert und bereit, viel zu geben. Das bedeutet auch, sich auf den hohen Anteil von Studentinnen einzustellen, um Familien- und Lebensplanung und Beruf in Einklang zu bringen. Als Studierende sind wir gern bereit, diesen Prozess zu begleiten, mitzudiskutieren und mitzugestalten – denn wir freuen uns, im Jahr 2020 Ärzte zu sein.

Den Anstoß haben wir schon gegeben: Wir diskutieren über bessere Arbeitsbedingungen, über die Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und ärztlicher Tätigkeit – und über einen Arztberuf, der trotz aller ökonomischen und dem technischen Fortschritt geschuldeten Zwänge menschlich und ausfüllend ist. Doch werden wir 2020 auch in einem solchen Beruf arbeiten?

Als Vertreterin der Studierenden bin ich optimistisch. In den Hörsälen sitzt eine Generation von Medizinstudierenden, die ihr Studium zumeist aus der Intention wählten, einmal als Ärztin oder Arzt tätig sein zu wollen, wider aller negativen Presse und mancher Frustration ihrer jetzigen Mentoren. Sie möchten Menschen helfen – weil Medizin eine Herzenssache ist. Sie sind motiviert und bereit, viel zu geben.

Was ist Aufgabe der Politik, der Ärzteschaft und der Hochschulmedizin in diesen zehn kommenden Jahren? Die Motivation der Studierenden zu konservieren und zu befeuern und für ihre Ausbildung und ihren Beruf Bedingungen zu schaffen, die sie den Beruf ausüben lassen, den sie sich wünschen.

Das bedeutet auch, sich in anderer Weise als bisher auf den hohen Anteil von Studentinnen einzustellen und sich der Herausforderung zu stellen, für sie Familien- und Lebensplanung und Arztberuf in Einklang zu bringen. Dies darf allerdings nicht erst mit dem Start ins Berufsleben passieren, sondern auch die Universitäten müssen sich damit auseinander setzen, (werdende) Eltern besser zu unterstützen – durch umfangreiche Beratungs- und Betreuungsangebote sowie flexible Studienorganisation. Dass sie danach in ein Berufsleben starten, das ihnen nicht nur den Weg in die Arbeit als Ärztin mit Familie eröffnet, sondern auch die Tore zu möglichen Führungspositionen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Als Studierende sind wir gern bereit, diesen Prozess zu begleiten, mitzudiskutieren und mitzugestalten – denn wir freuen uns, im Jahr 2020 Ärzte zu sein.
Zuletzt bearbeitet 30.05.2011 15:14 Uhr