DÄB unterstützt Forderungen der bvmd nach Reform des Medizinstudiums

Der Deutsche Ärztinnenbund unterstützt die Kritik der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) an der Überarbeitung der Studieninhalte des Faches Medizin und kritisiert Kernpunkte des Masterplans Medizinstudium 2020.

So entsprächen Maßnahmen wie eine Landarztquote nicht den Interessen der Studierenden und der Patienten, da sie sich hauptsächlich an regionalen und fachlichen Versorgungsproblemen orientieren und die Qualität der ärztlichen Ausbildung gefährden.

Der Masterplan Medizinstudium 2020 wurde 2013 von der Großen Koalition angestoßen und hat zum Ziel, das Fach Allgemeinmedizin sowie den Praxisbezug während des Studiums zu stärken und Studienplatzbewerberinnen und -Bewerber zielgerichteter auszuwählen. Die Ausarbeitung erfolgt durch die Gesundheits- und Wissenschaftsminister aus Bund und Ländern.

Dr. med. Christiane Groß, M.A., Präsidentin des DÄB, teilt die Argumente der Interessenvertretung der Medizinstudierenden: „Präferenzen können sich im Studienverlauf ändern. Künftige Ärztinnen und Ärzte danach auszuwählen, ob sie sich bereits vor Studienbeginn auf einen Tätigkeitsbereich festlegen, berücksichtigt weder ihre fachliche noch ihre persönliche Entwicklung für den Arztberuf. Davon unabhängig muss vieles im Studium verbessert werden. Das bedeutet auch, sich in anderer Weise als bisher auf den hohen Anteil von Studentinnen einzustellen und für sie Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen. Auch die Universitäten müssen sich damit auseinandersetzen, (werdende) Eltern besser zu unterstützen – durch umfangreiche Betreuungsangebote und eine flexible Studienorganisation“.

Wichtiger als eine Landarztquote ist es zum Beispiel, die Arbeit in der Allgemeinmedizin wieder attraktiv zu machen. Eine stärkere Förderung sowohl der Weiterbildung als auch der Niederlassung sowie Stipendienprogramme für Studierende sind am besten geeignet, dem Ärztemangel langfristig etwas entgegenzusetzen. Nur eine Ausweitung solcher Programme und nicht Zwänge werden die Bereitschaft, allgemeinmedizinisch tätig zu sein, erhöhen.

Abschließend empfiehlt auch der DÄB eine transparente Kommunikation über den Zeitplan der Reform und ihre konkreten Inhalte, die seit der 89. Gesundheitsministerkonferenz Ende Juni 2016 nicht bekannt gegeben worden sind. Auch das Bundesministerium für Gesundheit hat sich bisher nicht dazu geäußert.