DÄB-Ärztinnen mischen sich in Berufs- und Gesundheitspolitik ein und präsentieren ihre Homepage in neuem Outfit

Am vergangenen Wochenende ging der 35. Kongress des Deutschen Ärztinnenbundes e.V. (DÄB) in Berlin erfolgreich zu Ende. Der DÄB griff dabei aktuelle Themen aus Berufs- und Gesundheitsmedizin auf und forderte, die geschlechtsspezifische Medizin stärker als bisher zu verankern.

Der Kongress beschäftigte sich unter anderem mit der Frage, welchen therapeutischen Nutzen die Entwicklung neue Arzneimittel bringt und was Frauen in Führungspositionen zum Beispiel bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die lokale und globale Gesundheit bewirken können. Ein breites Workshop-Angebot für die DÄB-Ärztinnen umfasste Themen von der Existenzgründung über die kritische Betrachtung von Fachzeitschriften bis zu interkulturellem Konfliktmanagement und der betriebswirtschaftlichen Professionalisierung von Ärztinnen im ambulanten Sektor.

Neu im Vorstand des DÄB sind die Düsseldorfer Zahnärztin Dr. med. dent. Angelika Brandl-Naceta-Susic (Schriftführerin) und die Fachärztin für Chirurgie und Viszeralchirurgie aus Limburg a. d. Lahn. Dr. med. Heike Raestrup (Schatzmeisterin). Prof. Dr. med. Gabriele Kaczmarczyk, Fachärztin für Anästhesiologie und Gastprofessorin an der Charité in Berlin, die die Organisation des Kongresses übernommen hatte, wurde als Vizepräsidentin ebenso wiedergewählt wie Dr. med. Barbara Schmeiser, Ärztin in Weiterbildung in der Neurochirurgie in Freiburg und die Beisitzerinnen Dr. med. Gudrun Günther, Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, Neonatologie, Intensivmedizin, Diabetologin DDG aus Darmstadt und Dr. med. Eva Hennel, Ärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Medizinische Lehre aus Würzburg.

Dr. med. Christiane Groß, M.A. aus Wuppertal wurde als Präsidentin für vier weitere Jahre bestätigt. Sie bilanziert: „Der 35. Kongress des Verbandes hat gezeigt, dass sich perspektivisch in Führungspositionen ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis wiederspiegeln muss - angefangen bei den Chefärztinnen und Klinikleitungen über die Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung bis zum Wissenschaftsbetrieb. Für den DÄB bedeutet dies, dass wir uns auch künftig für gleiche Karrierechancen für Ärztinnen und für familienfreundliche Arbeitsbedingungen stark machen müssen.“

Im Rahmen des Kongresses wurden mehrere Auszeichnungen und Preise vergeben: Den mit 4.000 Euro dotierten DÄB-Wissenschaftspreis erhielt Sarah Estelmann von der Universität Heidelberg für ihre Studie über den „Einfluss des Geschlechts auf das klinische und psychosoziale Ergebnis nach Nierenlebendspende“.

Die Auszeichnung als Mutige Löwin, gestiftet von Elke Burghard, Ärztliche Psychotherapeutin aus Neumünster, ging an Dr. med. Brigitte Ende, Ärztin und Fachärztin für Psychiatrie & Psychotherapie in Buseck, die unbeirrbar für die Belange von Ärztinnen kämpft, Geschlechtergerechtigkeit fordert und sich zudem für eine sprechende Medizin einsetzt, weil diese das Gespräch mit den Patientinnen und Patienten als Wirkfaktor nutzt.

Die Silberne Feder, der Kinder-und Jugendbuchpreis des Deutschen Ärztinnenbunde, geht 2017 an die niederländische Autorin Anna Woltz und ihre deutsche Übersetzerin Andrea Kluitmann. Das im Carlsen Verlag erschienene Kinder- und Jugendbuch „Gips oder wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte“ erzählt die Geschichte vom Erwachsenwerden eines zwölfjährigen Mädchens. Das Preisgeld von 2.000 Euro teilen sich Autorin und Übersetzerin. Außerdem erhielten beide eine handgeschmiedete Silberne Feder.

Der mit 500 Euro dotierte Posterpreis wurde an Ulrike Uhlmann von der Poliklinik für Zahnerhaltung, an der Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz und Sarah Hilners vom Institut für Geschlechterforschung in der Medizin, Universitätsmedizin Berlin vergeben. Beide haben das Ziel, einen neuen Index zur Bestimmung der Geschlechtersensibilität von wissenschaftlichen Publikationen und die qualitative und quantitative Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Daten zu bestimmen.

Last but not least präsentierte der DÄB beim diesjährigen Kongress ein neues Design seiner Homepage. Unter www.aerztinnenbund.de werden künftig Informationen übersichtlicher, aktueller und attraktiver angeboten. Ein neues Logo und frische Farben unterstreichen das moderne Bild des Verbandes und werben um neue Mitglieder. Die neuen Seiten sind deutlich anwendungsfreundlicher und im so genannten „responsiven Webdesign“ erstellt, d.h., die Website passt sich automatisch den unterschiedlichen Anforderungen mobiler Endgeräte wie Smartphones oder Tablets an.
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