Wie kann die Sturzhäufigkeit bei Osteoporose verringert werden?

Die Fachärztin für Chirurgie und Unfallchirurgie sowie Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie Dr. med. Ursula von Salis-Soglio aus Leipzig beschäftigt sich in ihrem Vortrag mit einer Erkrankung, die vor allem Frauen betrifft: Die Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, die durch eine Verringerung der Knochenmasse und eine Veränderung der Mikroarchitektur des Knochens charakterisiert ist. Die Folge der Osteoporose ist die Erhöhung der Knochenbrüchigkeit und damit der Anstieg des Frakturrisikos. Die osteoporotischen Frakturen führen nicht nur zu einem Verlust an Lebensqualität, sondern sind auch ein starker ökonomischer Faktor. Dieses Problem wird in Folge des sich abzeichnenden demographischen Wandels in den nächsten Jahrzehnten noch bedeutsamer. Frauen über 55 Jahre sind zu 7 Prozent von postmenopausaler Osteoporose betroffen, bei den über 80jährigen sind es 19 Prozent. Typische osteoporotische Frakturen betreffen vor allem die Wirbelkörper und den Oberschenkelknochen. Die jährliche Inzidenz liegt bei Frauen deutlich höher als bei Männern.

Im Rahmen der primären Prophylaxe der Osteoporose wird körperliche Aktivität gefördert und Immobilisation vermieden. Druckkräfte am Knochen haben einen deutlichen Effekt auf den Knochenstoffwechsel und können zum Erhalt und sogar zur Zunahme der Knochenmasse führen. Des weiteren ist auf eine kalziumreiche Ernährung zu achten, ggf. sind Zusatzpräparate (Kalzium, Vitamin D) notwendig.

Osteoporose ist nicht heilbar, daher spielt die sekundäre Prophylaxe eine entscheidende Rolle. Bei bereits manifester Osteoporose ist die Gabe von Kalzium und Vitamin D indiziert; bei einer sekundären Osteoporose die sekundäre Prophylaxe entsprechend der Therapie der Grunderkrankung erweitert.

Die Sturzprophylaxe zielt daraufhin, zusätzlich zur Therapie der Osteoporose, sturzbedingte Frakturen zu vermeiden. Hierzu gehören zum Beispiel die ausführliche Sturzanamnese, um individuelle Risiken zuerkennen, die Optimierung des häuslichen Umfeldes (Beseitigen von "Stolperfallen"), das Training der Patienten (Verhaltens- und Balancetraining, Seniorensportgruppe), das Anpassen von Hilfsmitteln wie Gehstützen und die Förderung von Mobilität. Studien zeigen, dass regelmäßiges Training, neben dem Kraftaufbau auch insbesondere sensomotorisches Training, die Sturzhäufigkeit wesentlich reduzieren kann.
Zuletzt bearbeitet 08.09.2009 17:57 Uhr