„Mutige Löwin“ des Jahres 2005 ist Dr. med. Barbara Ehret-Wagner. Gegen überholte Lehrmeinungen und Operationswut

Zum dritten Mal wurde beim 29. Wissenschaftlichen Kongress des Deutschen Ärztinnenbundes e. V. die Auszeichnung „Mutige Löwin“ vergeben. Für ihr kämpferisches Auftreten gegen strukturelle Schwächen im gesundheitlichen System wurde diesmal Dr. med. Barbara Ehret-Wagner, Bad Salzuflen, mit der Anstecknadel geehrt.

In der Laudatio der Stifterin, Elke Burghard, heißt es:

„Sie hat sich als Gynäkologin besonders eingesetzt für eine sinnvolle Begrenzung von Operationen und operativen Eingriffen an Frauen...
Dr. Ehret-Wagner hatte offensichtlich schon in der Zeit ihrer fachärztlichen Ausbildung kritisch beobachtet, dass an manchen Kliniken nicht immer zum Besten der Patientinnen gearbeitet wurde. Dass außerdem die männlichen Kollegen eine verbreitete Ansicht vertraten, wonach das weibliche Geschlechtsorgan ‚Gebärmutter’ nach Erreichen der nicht fertilen Lebensphase einfach überflüssig sei und entfernt werden können. Das sei ohnehin die beste Carcinom-Prävention... Später, in ihrer Arbeit in der Reha-Klinik Bad Salzuflen, wurde die Kollegin aufmerksam auf die Folgen dieses Eingriffs. Lernte es, auf die Verlustempfindungen Betroffener zu hören, ließ sich ein auf die Schilderungen des so genannte Posthysterektomie-Syndroms. Nicht nur in medizinischen Fachzeitschriften, sondern auch in allgemeinen Presseberichten wurde ihre Meinung diskutiert, und das äußerst kontrovers und häufig unfreundlich.“

Das Engagement Dr. Barbara Ehret-Wagners für die Interessen der Patientinnen würdigt der Deutsche Ärztinnenbund mit der Ehrung „Mutige Löwin“ des Jahres 2005.

Weitere Informationen:
Elke Burghard
DÄB-Regionalgruppe Neumünster
Tel. 04321 21 352