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Aufruf des Weltärztinnenbundes, die Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu beenden

Der Weltärztinnenbund, Medical Women’s International Association (MWIA), schließt sich der UN-Initiative zur Elimination von Gewalt gegen Frauen und Mädchen an – und gibt Aufrufe an Männer und Frauen heraus.

Jede Form von Gewalt gegen Frauen und Mädchen weltweit muss enden! Auf dieses Ziel konzentrieren sich derzeit die Vereinten Nationen (UN) und die Europäische Union (EU) in einer sogenannten Spotlight Initiative. Sie findet auf verschiedenen Ebenen auch Eingang in die 17 Ziele der UN zur nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz SDGs). Global betrachtet hat eine von drei Frauen körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren, teilt die UN mit.

Die Spotlight Initiative wurde im September 2023 unter Teilnahme namhafter Vertreterinnen des Weltärztinnenbundes in Meetings und Side Events der 78. UN-Vollversammlung diskutiert. Die Arbeitsgruppe „Violence Against Women and Girls” des Weltärztinnenbundes hat in diesem Zusammenhang zwei Flyer herausgebracht, die von unserem langjährigen DÄB-Mitglied Dr. med. Cornelia Tauber-Bachmann, einem aktiven Mitglied der Arbeitsgruppe, auf der Mitgliederversammlung des DÄB in Berlin vorgestellt wurden.

Spannend an diesen Flyern ist, dass sie die Verantwortung nicht – wie leider so oft – bei den Frauen adressieren, sondern dass sich einer davon direkt an Männer und männliche Jugendliche wendet und ihnen Hinweise gibt, wie sie zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen beitragen können. Der zweite Flyer nennt Standards für Gesetzgeber und Gesundheitsorganisationen zum Umgang mit Gewalt gegen Frauen.

In dem Aufruf an Männer rät die Arbeitsgruppe „Violence Against Women and Girls” der MWIA:
  • bei Problemen mit der Partnerin nicht auf körperliche Gewalt zurückzugreifen, die außerdem gegen nationale und internationale Gesetze verstößt, sondern sich Hilfe bei ausgebildeten Beratern zu suchen, mit denen man sprechen kann;
  • die Bedürfnisse von Frauen bei der Familienplanung ernst zu nehmen und zu unterstützen;
  • die Einwilligung zur angemessenen Versorgung für ihre Frauen und Kinder nicht zu verweigern;
  • zu verstehen, was einvernehmlicher Sex bedeutet und zu verstehen, dass Vergewaltigung ein Verbrechen ist. Der Sexualstraftäter kann verurteilt und in das Sexualstraftäterregister aufgenommen werden, sofern verfügbar;
  • damit aufzuhören, Mädchen zu verheiraten, bevor sie 18 Jahre alt sind. Mädchen sollten eine gute Ausbildung erhalten und körperlich ausgereift sein, bevor sie heiraten.

Dr. med. Cornelia Tauber-Bachmann ist Mitglied im Ausschuss „Violence Against Women and Girls“ des Weltärztinnenbundes MWIA. Dr. med. Renate Böhm ist Vorsitzende der Senior-MWIA und Schriftführerin der DÄB-Regionalgruppe Bayern-Süd.

Sie interessieren sich für die Möglichkeiten, aus dem DÄB heraus in der MWIA mitzuwirken? Dr. med. Eva Hennel, PhD, MME, ist Nationale Koordinatorin (NC) des DÄB für die MWIA.

E-Mail: eva.hennel@aerztinnenbund.de