Ärztin Macht Prävention: Deutscher Ärztinnenbund für bessere Lebensqualität von Ärztinnen und Patienten

Unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Dr. med. Ursula von der Leyen findet vom 10. bis 13. September 2009 in Leipzig der 31. Kongress des Deutschen Ärztinnenbundes e.V. (DÄB) statt. Unter dem Motto „Ärztin Macht Prävention – Generation Gesundheit – Investition in die Zukunft“ tauschen sich rund 280 Ärztinnen aller Fachrichtungen aus Deutschland über die zunehmende Bedeutung von Prävention, Früherkennung und Gesundheitsförderung aus.

Die Zukunft von Medizin und Prävention hängt in hohem Maße auch davon ab, dass es berufstätige Ärztinnen und Ärzte gibt. Für den Deutschen Ärztinnenbund, der in Leipzig sein 85jähriges Bestehen feiert, stehen zum Beispiel familienfreundliche Arbeitsbedingungen, gleichberechtigte Aufstiegs- und Karrierechancen sowie geschlechtergerechte Leitungs- und Managementkonzepte seit langem auf der Agenda. Die Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, Dr. med. Astrid Bühren, betonte in ihrer Eröffnungsrede:

„Als Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes habe ich mich sowohl für die Gesundheit der Patienten und Patientinnen, als auch für die Gesundheit der praktizierenden Ärztinnen und Zahnärztinnen in Kliniken und niedergelassenen Praxen eingesetzt. Ärztinnen verfügen nachweislich über hohe kommunikative Fähigkeiten, die sie zum Wohle ihrer Patientinnen und Patienten einsetzen. Dafür verdienen sie es, wert geschätzt zu werden. Ärztinnen verfügen über ein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen, sind Patienten und Patientinnen zugewandt und erhöhen nach wissenschaftlichen Studien die Compliance stärker als männliche Kollegen.

Durch die prozentuale Zunahme der weiblichen Berufseinsteiger wandelt die Medizin: Zielgruppengerecht werden über die rein biologischen und naturwissenschaftlichen Aspekte hinaus die somatischen und psychosozialen therapeutischen Aspekte geschlechtsspezifischer berücksichtigt. Damit Ärztinnen und Ärzte auch in Zukunft gute Medizin machen können, gilt es dringend, attraktivere berufliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich der bereits erkennbare Ärzte- und Ärztinnenmangel nicht weiter durch Abwanderung ins Ausland bzw. Flucht in alternative Berufsfelder verschärft.

Wer allerdings unkommentiert von der Feminisierung der Medizin spricht, verkennt den damit immer noch verbundenen Zungenschlag des Defizitären. Der Deutsche Ärztinnenbund beobachtet vielmehr einen Normalisierungsprozess - weg von der immer noch herrschenden Maskulinisierung der Medizin zu einem effektiven Gleichgewicht von Ärztinnen und Ärzten“.

Die Themenpalette des Kongresses reicht von der Primärprävention im Kindesalter über die Sekundärprävention mit der Krebsfrüherkennung bis zur Tertiärprävention durch sinnvolle Rehabilitation, um die Lebensqualität im Alter zu erhöhen. Bei den Vorträgen werden insbesondere geschlechtsspezifische Aspekte in den Mittelpunkt gestellt. Insbesondere zur HPV-Impfung und zum Mammografiescreening, dessen Nutzen durch eine vor kurzem veröffentlichte Studie bezweifelt wurde, werden kontroverse Diskussionen erwartet. Der Kongress wird am Sonntag mit einer Öffentlichen Podiumsdiskussion unter dem Motto: „Gesund altern – leistungsfähig im Alter“ abgeschlossen.

Der 31. Wissenschaftliche Kongress begann heute mit der Verleihung des mit 4.000 Euro dotierten Wissenschaftspreises des Deutschen Ärztinnenbundes und der Dr. Edith Grünheit-Stiftung an PD Dr. med. Katharina Domschke. Die Assistenzärztin in der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Münster wurde für ihre Arbeiten über die Rolle eines Gens bei der Entstehung von Panikstörungen und Depressionen ausgezeichnet, die einen innovativen Ansatz bei deren geschlechtsspezifischer Behandlung eröffnen.

Eine weitere Ehrung des DÄB, die Auszeichnung „Mutige Löwin", wurde Dr. med. Annegret Elisabeth Schoeller, Fachärztin für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin zuteil. Sie trat 1997 als Referentin in die Geschäftsführung der Bundesärztekammer ein und ist dort seit 2008 Bereichsleiterin. Der Mut von Frau Dr. Schoeller bestand darin, sich für Themen einzusetzen, die nicht Mainstream waren, in zehn Jahren Leitung der Ärztinnen Gremien viele Aufgaben im wahrsten Sinne des Wortes „in Angriff“ und dabei auch eigene Nachteile in Kauf zu nehmen.

Die Ehrenplakette des Deutschen Ärztinnenbundes erhielt die Literaturwissenschaftlerin Dr. Barbara von Korff Schmising, die seit 1995 die Geschäftsführung der Silbernen Feder, dem Kinder- und Jugendbuchpreis des Deutschen Ärztinnenbundes innehat und als dessen Jurorin und Ansprechpartnerin fungiert.

Am Samstag, den 12. September 2009 wird der DÄB in Leipzig einen neuen Vorstand wählen.
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