DÄB-Projekt „Mutterschutz für Frauen in Gesundheitsberufen“ unter den besten drei beim Deutschen Demografie Preis 2020 in der Kategorie „New Work“

Der Einsatz des Deutschen Ärztinnenbundes e.V. (DÄB) für eine frauenfreundliche Auslegung des novellierten Mutterschutzgesetzes ist heute gewürdigt worden: Das neue DÄB-Projekt „Mutterschutz für Frauen in Gesundheitsberufen“ war unter den besten drei Einreichungen beim Deutschen Demografie Preis 2020 des Demographie Netzwerk e. V. (ddn) in der Kategorie „New Work“. Der Preis ist heute in einer Videokonferenz verliehen worden.

„Wir gratulieren Franziska Gütle von der Donau-Universität Krems herzlich“, sagt PD Dr. med. Barbara Puhahn-Schmeiser, Vizepräsidentin des DÄB, die das Projekt verantwortet. „Auch wenn es am Ende für uns nicht ganz gereicht hat, ist die Nominierung für uns eine Anerkennung und ein Ansporn, uns weiter zu engagieren.“ Das Mutterschutzprojekt des DÄB war aus rund 120 Einsendungen mit 21 anderen Projekten für insgesamt 7 Kategorien in die engere Wahl gekommen. Die Jury würdigte das Ziel des DÄB, dass Einrichtungen der Gesundheitsversorgung beim Thema Mutterschutz selbstbestimmt handeln und ihre Arbeitsorganisation sowie die Arbeitsprozesse so anpassen, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zufrieden ihrem Beruf nachgehen können.

Dazu sagt Puhahn-Schmeiser: „In Zeiten, in denen die demographische Verschiebung und der Fachkräftemangel spürbar sind, ist es nicht nachvollziehbar, dass hochqualifizierte Ärztinnen an ihrer Karriere gehindert werden, sobald sie schwanger sind. Das neue Mutterschutzgesetz schränkt de facto die Arbeitsmöglichkeiten vieler Frauen ein. Darum geraten sie gegenüber männlichen Ärzten beruflich ins Hintertreffen. Wir kämpfen daher weiter für Ärztinnen, die bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft, im geschützten Rahmen, in ihrem Bereich tätig bleiben möchten.“

Im Projekt „Mutterschutz fuür Frauen in Gesundheitsberufen“ ist zunächst eine Bestandsaufnahme in fünf Modellregionen geplant. Diese beinhaltet die Analyse von Hürden für den Einsatz schwangerer Ärztinnen im OP und in Funktionsbereichen. Nachfolgend sollen im Dialog mit den beaufsichtigenden Behörden mögliche Einsatzvarianten erarbeitet und umgesetzt werden. Daraus sollen wissenschaftlich fundierte Fortbildungen entstehen, die evaluiert werden. Sie richten sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beaufsichtigenden Behörden, in Arbeits- und Betriebsmedizin sowie an Personalverantwortliche. Ziel ist es, ein Vorgehen zu etablieren, an dem sich das gesamte Gesundheitswesen orientieren kann, so dass Ärztinnen, Pflegekräfte, Hebammen und andere Angehörige von Gesundheitsberufen in der Schwangerschaft möglichst weiter arbeiten können. „Für das Projekt benötigen wir noch finanzielle Unterstützung und Partner“, sagt Dr. Barbara Puhahn-Schmeiser. „Wir freuen uns, dass die Nominierung für den Demografie Preis unser Anliegen nun stärker in den öffentlichen Fokus rückt.“

Zur Pressemeldung ist ein Video des DÄB abrufbar. Es stellt das Projekt vor und schildert den Fall einer jungen Neurochirurgin:

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