Medizinerinnen treten bei Führungspositionen in der Universitätsmedizin auf der Stelle – Parität erst in 32 Jahren erreicht?

Titelseite der Dokumentation
Der Anteil der Frauen in Führungspositionen in der Universitätsmedizin hat sich in den vergangenen drei Jahren nur leicht erhöht und liegt derzeit bei 13 Prozent. Das ergab eine aktuelle Studie des Deutschen Ärztinnenbundes. 2016 hatte eine Dokumentation durchschnittlich rund zehn Prozent Frauen in Führungspositionen ergeben.

Prof. Dr. med. Gabriele Kaczmarczyk, Vize-Präsidentin des DÄB und Leiterin der Studie zum Ergebnis der Untersuchung: „87 Prozent der Führungspositionen sind nach wie vor mit Männern besetzt. Bei unverändertem Tempo wird eine Parität zwischen Frauen und Männern erst in etwa 32 Jahren erreicht sein. Das bedeutet unter anderem, dass Ausbildung, Therapiekonzepte und die medizinische Meinungsbildung voraussichtlich bis zum Jahr 2051 durch Männer geprägt werden. Es bleibt unklar, worin die Ursachen des geringen Frauenanteils liegen, denn der qualifizierte Nachwuchs ist vorhanden.“

Das Update der Studie von 2016 sollte klären, inwieweit zahlreiche Unterstützungsangebote für entsprechend qualifizierte Medizinerinnen in den letzten drei Jahren erfolgreich waren. Dazu wurden 13 klinische Fächer und zwei Institute, die an allen Universitätskliniken vertreten sind, erneut untersucht. Die Dekanate wurden gebeten, die Zahlen von Frauen und Männern in Führungspositionen und Stellen mit Leitungsfunktion anzugeben.

Ein Fazit der Studie: Innerhalb der Fächer und dem Ranking der Universitätskliniken gibt es lediglich geringfügige Verschiebungen. Der Frauenanteil in den einzelnen Fächern ist sehr unterschiedlich: Die Fächer der Seelischen Gesundheit verzeichnen einen Frauenanteil von 25 Prozent, gefolgt von der Kinderheilkunde mit 21 Prozent, lediglich drei Prozent gibt es in der Urologie und der Orthopädie. In den Universitätskliniken Berlin und Dresden gibt es inzwischen einen Anteil von 23 Prozent an Frauen in Spitzenpositionen, gefolgt von Frankfurt a.M., Freiburg und Münster mit 21 Prozent. Die Schlusslichter mit keiner einzigen Frau in einer Spitzenposition der evaluierten klinischen Fächer sind Magdeburg, Würzburg und Homburg, das auch schon bei der Umfrage 2016 zu den Schlusslichtern zählte.

Eine Förderung der Studien erfolgte durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).
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