Erfolgreicher Start für das neu organisierte Mentoringprogramm des DÄB

Es gehört zu den ältesten Mentoring-Angeboten im Medizinbereich: Das MentorinnenNetzwerk des Deutschen Ärztinnenbundes (DÄB) fördert seit seiner Initiation im Jahr 2000 die berufliche Entwicklung von Ärztinnen und Zahnärztinnen auf jeder Karrierestufe und auch im Studium. Beim 36. Kongress des DÄB am 18. Oktober in Erfurt hat es sich in einer neuen Form präsentiert und ist mit einem Fortbildungsworkshop und einem Netzwerktreffen von Mentorinnen und Mentees erfolgreich mit seinem überarbeiteten Konzept gestartet.

„Verbinden. Stärken. Inspirieren“ lautet der Slogan des MentorinnenNetzwerks. Als Mentee bewerben können sich Ärztinnen und Studentinnen der Human- und Zahnmedizin, die eine Führungsposition anstreben, in ärztlichen Gremien aktiv teilnehmen wollen, Informationen vor und zur Niederlassung benötigen oder sich in einer Lebensphase befinden, in der sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder der berufliche Wiedereinstieg beschäftigt. Kurz gesagt: Alle, die eine Hilfestellung auf einer sehr individuellen Ebene suchen, können Mentee werden, sofern sie Mitglied im DÄB sind oder werden. Eine Anmeldung ist ganzjährig möglich. Die Ärztinnen des DÄB-Ausschusses Mentoring sorgen dafür, dass sich passende Mentees und Mentorinnen finden.

„Anders als viele andere Mentoring-Angebote im Medizinbereich beschäftigen sich unsere Mentoring-Tandems nicht nur mit der ärztlichen Laufbahn und inhaltlichen Fragen“, erläutert PD Dr. med. Barbara Puhahn-Schmeiser, eine der beiden Mentoring-Ansprechpartnerinnen aus dem DÄB-Vorstand. „Wir fördern Karrieren von Ärztinnen – auch in der Politik und in anderen Gesellschaftsbereichen“, erläutert Puhahn-Schmeiser. „Unsere Mentorinnen sind bestrebt, dass ihre Mentees in ihrer Persönlichkeit wachsen.“

Zweimal im Jahr plant der DÄB nun Workshops und Netzwerktreffen für Mentorinnen und Mentees – jeweils angegliedert an Beiratssitzungen des Verbandes. „Wir möchten das Kennenlernen ausweiten“, sagt Barbara Puhahn-Schmeiser. „Idealerweise entsteht ein Austausch, der über das eigentliche Mentoring hinaus wertvoll ist.“

Den Auftakt beim DÄB-Kongress bildete ein Seminar über „Sprachkraft und Struktur als Basis für eine erfolgreiche Mentoring-Beziehung“. Der DÄB hatte dafür eine spezialisierte Trainerin engagiert. 20 Mentorinnen und Mentees nahmen teil und tauschten sich bei einem anschließenden Empfang weiter aus. „Das Interesse an diesem Angebot hat uns überwältigt“, kommentiert Barbara Puhahn-Schmeiser. Dr. med. Christina Westhoff aus Marburg, Teilnehmerin der Auftaktveranstaltung, sagt: „Das Mentoring-Programm des DÄB finde ich toll, weil es zugleich Herausforderung und Förderung ist. Wer sich darauf einlässt, wird mitunter infrage gestellt, erfährt insgesamt aber auch eine große Bestärkung.“ Christina Westhoff hatte zunächst als Mentee am Programm teilgenommen und kann sich nun gut vorstellen, sich in absehbarer Zeit selbst als Mentorin zur Verfügung zu stellen.

Derzeit sind beim MentorinnenNetzwerk mehr als 60 Tandems aktiv. Der Mentoringprozess ist zeitlich nicht begrenzt. Die Paare arbeiten solange zusammen, wie sie es für nötig halten. Damit das Programm erfolgreich weiterlaufen kann, benötigt der DÄB immer wieder Ärztinnen und Zahnärztinnen, die das Ehrenamt als Mentorin annehmen. Eine Mitgliedschaft im DÄB ist wünschenswert, jedoch keine Voraussetzung dafür.

Potenzielle Mentorinnen und Mentees können sich bei den Ansprechpartnerinnen des DÄB-Vorstands, PD Dr. med. Barbara Puhahn-Schmeiser und Dr. med. Heike Raestrup, beraten lassen. Dazu reicht eine E-Mail an: mentorinnennetzwerk[AT]aerztinnenbund.de
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