Schwangerschaft als Karriererisiko für Ärztinnen: Leider ist das immer noch ein Thema für den DÄB. Bedauerlicherweise hat die Umsetzung des Anfang 2018 in Kraft getretenen novellierten Mutterschutzgesetz die Situation von Schwangeren, insbesondere im Gesundheitswesen, noch verschärft. Das war so nicht geplant. Die Novelle sollte es den Frauen eigentlich erleichtern, weiter zu arbeiten und der DÄB hatte sich nahezu zwei Jahrzehnte lang für die grundlegende Reform des Gesetzes eingesetzt, das noch von 1952 stammte.

Der Grundgedanke der Novelle war gut gemeint: Frauen sollten, unter Einhaltung besonderer Schutzmaßnahmen für Schwangere sowie für das ungeborene Leben, die Möglichkeit haben, mit mehr Selbstbestimmung in der Beschäftigung zu bleiben. Erstmalig sind in der Regelung explizit auch Studentinnen eingeschlossen. Leider konnte der ursprüngliche Plan für eine Verbesserung der beruflichen Situation von Frauen nicht verwirklicht werden – es gibt aktuell mehr Beschäftigungsverbote als je zuvor. Ärztinnen dürfen größtenteils nicht mehr in patientennahen Tätigkeiten sowie im OP bzw. in Funktionsbereichen tätig sein. Das umfasst aber genau die Tätigkeiten, die unverzichtbar sind für die Weiterbildung. Der Abschluss der Weiterbildung wird so herausgezögert, was die weitere berufliche Karriere behindert.

Die Karriere verzögert sich aber nicht nur bei Ärztinnen in der Weiterbildung, sondern auch bei Fach- und Oberärztinnen. Sogar Studentinnen sind betroffen und können oft nicht weiter studieren, wenn sie schwanger sind.

Zum Nachlesen, Hören und Schauen

Ärzteblatt Baden-Württemberg vom 15.06.2020 (PDF)
Im Interview erklärt die Vizepräsidentin des DÄB, Pd Dr. Barbara Puhahn-Schmeiser, wie gendergerechte Arbeitsplätze in der Medizin aussehen und was der DÄB tut, um das Mutterschutzgesetz auf eine gute Spur zu bringen.

Überblick von Juni 2020
Die aktuelle Problematik mit dem neuen Mutterschutzgesetz

SARS-CoV-2: Offizielle Hinweise zur mutterschutzrechtlichen Bewertungen im Zusammenhang mit Corona

Bundesjustizministerium
Der novellierte Mutterschutz-Gesetzestext

Presseinformation vom 18.03.2020
DÄB-Projekt „Mutterschutz für Frauen in Gesundheitsberufen“ unter den besten drei beim Deutschen Demografie Preis 2020 in der Kategorie „New Work“

aus ärztin 1/2020
PD Dr. Barbara Puhahn-Schmeiser
Für bessere Arbeitsbedingungen und eine echte „New Work“: DÄB Projekt zum Mutterschutz (PDF)


Bewerbungs-Video des Deutschen Ärztinnenbundes zum Deutschen Demografie Preis 2020

DÄB-Infos für Ärztinnen und Studierende mit Kinderwunsch
Tipps für den Umgang mit dem Arbeitgeber

Schutz oder Aussperrung?
Das mutterschutzrechtliche Beschäftigungsverbot und seine Risiken und Nebenwirkungen
(PDF)
Vortrags-Folien von Diplomökonomin Marianne Weg, Wiesbaden
Zum Weiterlesen: